Stadtmarketing Bruchköbel

Stadtgespräch "Zukunftsvisionen"

Die vom Stadtmarketingverein Bruchköbel e.V. durchgeführte Veranstaltung STADTGESPRÄCH fand diesmal bei Fischer und Kutger im Bruchköbeler AUDI-Haus statt. Zukunftsreferent  Dr. Eike Wenzel vom Zukunftsinstitut Darmstadt brillierte dort mit einem umfassenden Vortrag über die Megatrends der Zukunft. Deutlich wurden hier die neuen Aufgaben vor die Städte gestellt werden um zukünftig erfolgreich zu sein. Bürgermeister Günter Maibach freute sich zu hören, dass Bruchköbel mit vielen seinen im Stadtmarketing vorgenommenen Ausrichtungen voll im Trend liegt. "Vieles von dem, was Sie sagten, haben wir auch bereits erkannt und in unsere Marketingstrategie eingebaut," berichtet er stolz vor dem Publikum. 

Die Tatsache, dass in der globalisierten, sich immer schneller entwickelnden Welt der Lebensmittelpunkt - ein Ort an dem man sich erden kann - mehr Bedeutung erlangen wird, liegt in der Tat bereits der Positionieung der Stadt als bevorzugter Lebensmittelpunkt zugrunde. Es geht hierbei um den Standort, an den man immer wieder gerne kommen will, wo man zuhause ist. Und bei dem muß die Anbindung an das Verkehrsnetz und die Lebensqualtität stimmen. Damit werden auch weiche Standortfaktoren wie Kultur, Bildung, Gesundheit und Familie immer wichtiger. Allein die Frage nach der Situation der Wirtschaft zu stellen um einen Standort zu beurteilen, reiche schon lange nicht mehr, so Dr. Wenzel.

Auch durch den Städtebau muß die Aufenthaltsqualtität einer Stadt wie Bruchköbel erhöht werden. Zusätzliche Wohn-, Dienstleistungs- und Einkaufsmöglichkeiten in Laufnähe zu den Zentren - vor allem dem der Innenstadt - müssen geschaffen werden.

Fragen zur Werteentwicklung und Bildung standen dann im Anschluss an den Vortrag nochmal im Mittelpunkt. Ohne Werte seien alle noch so weitreichenden Neuerungen nicht wirklich gelebt, meint Dr. Wenzel. Er glaubt an eine Renaissance der Werte was sich auch bereits im Verhalten der Milleniumsgeneration zeigt. Freundschaft, Treue, Gemeinschaft und Zuverlässigkeit seien wieder gefragt. Auch gelebte Spiritualität gerade auch in den Kirchen sei hierfür erforderlich und nicht etwa ein Auslaufmodell. Es wird  jeder zukünftig allerdings entscheiden, wo er seine Werte finden will. Man werde nicht mehr ein ein System hineingeboren um dort ohne eigene Entscheidung zu bleiben.

Wenzel glaubt auch nicht an ein sich immer weiter Ausbreiten der Privatschulen. Bildung werde durchaus weiter staatlich betrieben. Dennoch wird es auch zu einer weiteren Privatisierung des Bildungsmarkts kommen. Das allein auch deshalb, weil Bildung immer stärker nachgefragt wird und zwar in jedem Lebensalter. Lernen liege voll im Trend. 

Die Lebenszyklen werden sich völlig verändern, was für Städte natürlich ebenfalls wichtig ist. Nach der Kinder- und Jugendzeit komme es zu einer weiteren Phase des "Ausprobierens" in der noch nicht fest gearbeitet oder eine Familie gegründet wird. Erst danach starten die Menschen durch - dann aber richtig. Familie, Karriere, Weiterbildung - alles in einer  Phase die er "Rush-Hour" nennt. Familie gründet sich also jenseits der 30 und die Elternzeit dauert bei vielen bis Mitte 50 an. Dann allerdings kommt der zweite Anfang mit einer aktiven, vitalen und jugendlichen Generation die nicht selten nochmal neu anfängt. Partner- und Berufswechsel seien keine Seltenheit. Auch diese Generation gilt es abzuholen. Sowohl im Handel als auch als Bürgerinnen und Bürger der Städte. Erst weit jenseits der 70 würde eine letzte Phase "Weisheit" genannt die Menschen ruhiger weden lassen, was aber mit dem heutigen "Rentner" wenig zu tun habe.  

Mit dem neu gegründeten Stadtmarketingverein, der viele der weichen Standortfaktoren bewußt mit aufgreift, will das weit angelegte Bruchköbeler Stadtmarketing den Zukunftsanforderungen für die Stadtentwicklung gerecht werden und diese forcieren. Im Anschluss an den Vortrag wurden auf Zukunftswänden Karten gesammelt, die hierzu Ideen aufnahmen.