Stadtmarketing Bruchköbel

Stadtgespräch "Führen durch Werte"

Donnerstag, 4. November 2010, Heinrich Böll Schule, 20:00 Uhr

Besser hätte man den Ort für das 3. Bruchköbeler Stadtgespräch, das unter dem Motto „Bildung und Wirtschaft im Dialog“ stand, nicht auswählen können. In der gastgebenden Heinrich Böll Schule hielt am 4. November 2010 der Gründer der Strahlemann-Stiftung und Geschäftsführer eines mittelständischen Betriebes, Franz-Josef Fischer einen engagierten Vortrag über das Thema: „Führen durch Werte“.

Das Stadtmarketing Bruchköbel hatte zusammen mit der IHK Hanau Gelnhausen Schlüchtern, der Kreishandwerkerschaft, dem Handwerker- und Gewerbeverein Bruchköbel und dem Stadtmarketingverein Bruchköbel zu diesem zukunftsweisenden und spannenden Vortrag eingeladen.

Hochkarätiges und interessiertes Publikum war zahlreich in die Aula der integrierten Gesamtschule gekommen.

Ernst Münz, Leiter der Heinrich Böll Schule, Monika Flor, Präsidentin des Handwerker- und Gewerbevereins Bruchköbel und Bürgermeister Günter Maibach begrüßten den Vortragenden und die Zuhörer. Die Wichtigkeit dieses Themas wurde besonders hervorgehoben und das Engagement des Unternehmers gewürdigt. Die enge Vernetzung und Kooperation zwischen Schule, Unternehmen und Verwaltung stellt eine grundlegende Voraussetzung für einen guten Berufsstart von Auszubildenden dar. So wurde die Hoffnung geäußert, dass dieses Forum der Start für eine noch erfolgreichere Zusammenarbeit in der Region bildet.

Bei der lebhaft vorgetragenen Präsentation des Unternehmers Franz-Josef Fischer war es dann mucksmäuschenstill in der Schul-Aula. Der mehrfach ausgezeichnete Visionär hat seinen Betrieb gemeinsam mit Thomas Jäger vor 20 Jahren gegründet und mit seinem Leitbild „ Mit Herz & Seele gemeinsam Menschen begeistern“ zu einem überaus erfolgreichen Unternehmen entwickelt. Die Strategie seinen Mitarbeiter durch konsequent vorgelebte Werte wie Zuverlässigkeit, Vertrauen, Offenheit, Ehrlichkeit, Anerkennung, Dankbarkeit, Respekt und Menschlichkeit zu begegnen geht auf. Die Mitarbeiter identifizieren sich mit den Firmenzielen und tragen gemeinsam die Verantwortung für das gesamte Unternehmen mit.

Das Engagement seiner Mitarbeiter, welches weit über das Normale hinausgeht, bekommt Fischer jedoch nicht nur durch sein vorbildliches Verhalten. Er macht das, wovon andere nur reden: Soziale Wochen, Erfolgsbeteiligung, kostenfreie Arbeitskleidung, gemeinsame Firmenevents, persönliche Weiterbildung und Unterstützung, beste Ausbildung, Leistungsanerkennung, Gesundheitsprämien, kostenfreie Getränke, Rentenmodelle, Sonderurlaube und absolute Transparenz aller Geschäftszahlen sind die Leistungen, mit denen er seine Mitarbeiter begeistert und motiviert. Das alles kostet Zeit und Geld – aber der Erfolg gibt ihm Recht. Die Zahlen und Diagramme des Unternehmens sind stetig positiv wachsend. Auch in der Krise konnte ein Personalabbau durch Offenheit, Vertrauen und Kostenoptimierungen an den richtigen Stellen verhindert werden. Die Kunden stehen immer im Mittelpunkt aller Entscheidungen, denn nicht der Geschäftsführer bezahlt das Gehalt der Mitarbeiter, sondern die Kunden. Das Talent und Engagement jedes Mitarbeiters wird anerkannt und gefördert. Diese Unternehmenskultur schafft die Voraussetzung für zahlreiche Erfolgsgeschichten einzelner Mitarbeiter, die sich von einem Hauptschulabschluss zu leitenden Positionen hocharbeiten konnten.

Durch die Gründung der Strahlemann-Stiftung wurde diese Philosophie mit vielen Mitstreitern auf eine solide Basis gestellt. Jugendlichen mit sozial problematischem Hintergrund oder schlechten Schulabschlüssen werden als Persönlichkeit respektiert und bekommen die Chance, die jeder in unserer Gesellschaft verdient. Persönliche Paten begleiten den Berufsweg und helfen dort, wo es nötig ist. Den Herausforderungen der Zukunft, z.B. durch den demografischen Wandel und Fachkräftemangel in Deutschland, kann nur mit solchen Initiativen begegnet werden.

Dies wurde auch bereits durch zahlreiche Ehrungen wie  „Mutmacher der Nation“, „Deutschlands Kundenchampion“, „Ausbildungs-Ass“ oder „Der deutsche Kinderpreis“ u.a. anerkannt.

Weil gute Taten aber nicht vor der eigenen Haustür aufhören sollten, helfen Fischer und seine Mitstreiter auch in weniger privilegierten Gegenden dieser Welt. In Haiti, Afrika oder Indien unterstützt er Projekte, die ohne Verwaltung und Bürokratie den Menschen vor Ort hilft. Mit anrührenden Kinderbildern aus Indien schloss er seinen leidenschaftlichen Vortrag ab.

Reinhold Maisch, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftskunde e.V., führte durch die anschließende offene Fragerunde mit den Zuhörern. Dabei wurde deutlich, dass in der Gesellschaft ein Wandel von Nöten ist. Nicht nur Unternehmen und Schulen sind für jugendliche Berufseinsteiger in der Pflicht, sondern jeder Einzelne in unserer Gesellschaft ist gefordert ganzheitlich Verantwortung zu übernehmen.

 

Weil sich Politik und damit auch die Schulen nur langsam bewegen, sind Einzelinitiative und kreatives Engagement gefordert.

Nach dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“ hält Fischer seine Vorträge, die er zugunsten seiner Initiative honorieren lässt. Über den symbolisch durch Bürgermeister Günter Maibach überreichten Scheck in Höhe von 1.000 Euro freute sich der Unternehmer im Namen seiner Stiftung.