Stadtmarketing Bruchköbel

Stadtgespräch „Demographischer Wandel. Herausforderung für unsere Stadt."

Mittwoch, 23. November 2011, Bürgerhaus, 20:00 Uhr

Der „Demografische Wandel“ im Focus des vierten „Bruchköbeler Stadtgesprächs“

Das vierte „Stadtgespräch“ am 23. November 2011 wurde vom Ersten Stadtrat Uwe Ringel im gut besuchten Bürgerhaus eröffnet. Nach einem Gruß des erkrankten Bürgermeisters Günter Maibach und dem Dank an die Sponsoren, L.E.T.-Verlag, Frankfurter Volksbank, der Bürgerhilfe Bruchköbel e.V. und an den Organisator, dem Stadtmarketing Bruchköbel, übergab er das Mikrophon an den Stadtmarketing-Vereinsvorsitzenden Frank Alexander, der den Referenten Carsten Große Starmann vorstellte.

Der Projektleiter der renommierten Bertelsmann Stiftung aus Gütersloh arbeitet im Bereich „Wegweiser Kommune“, welcher sich mit der Erforschung wichtiger gesellschaftlicher Themen beschäftigt.

Große Starmann zeigte anhand von Diagrammen und Erhebungen den neuesten Sachstand zu einer der größten Herausforderungen unserer Zeit. Der demografische Wandel ist durch sinkende Geburtenzahlen und immer weniger junge Menschen gegenüber einer älter werdenden Gesellschaft mit steigender Lebenserwartung gekennzeichnet. Zu- und Abwanderung zwischen ländlichen und städtischen Regionen oder von Ost nach West durch berufliche Veränderungen und die Integration ausländischer Mitbürger sind weitere Eckpunkte der zu erwartenden Entwicklung.

Der Experte sieht Bruchköbel zwar eher im Zuzugsgebiet der Region Frankfurt, weist aber auf den starken Zuwachs älterer Mitbürger hin. In 20 Jahren werden, laut Studie der Bertelsmann Stiftung, etwa 11% der Bruchköbeler über 80 Jahre alt sein und über die Hälfte der Mitbürgerinnen und Mitbürger über 50 Jahre alt sein. Hierbei verhält sich der Bevölkerungsrückgang mit rund 3% eher moderat im Vergleich zu anderen Städten.

Diesen harten Fakten gilt es in vielfältigen Handlungsfeldern vorausschauend zu begegnen, hier zeigte der Vortragende anhand zahlreicher Beispiele in anderen Gemeinden, wie den Veränderungen begegnet werden kann.

Bei der Stadtentwicklung muss bei Schulen, Kindertagesstätten, Baugebieten und altersgerechten Einrichtungen bereits bei der Planung die künftige Alterspyramide berücksichtigt werden.

Die Qualität der Bildung, die individuelle und flexible Förderung spielt durch die rückläufige Geburtenrate eine zunehmend wichtige Rolle.

Bei der großen Facette der Seniorenpolitik gilt es die veränderten Bedürfnisse der älteren Generation zu entsprechen. Selbst bestimmtes und bezahlbares Wohnen in einer optimalen Infrastruktur für den Einzelhandel, gute Pflegemöglichkeiten, flexible Mobilität und das Zusammenleben der Generationen gilt es in den Kommunen zu fördern.

Neben Politik und Verwaltung ist dabei auch das Engagement Einzelner gefragt. „Was kann ich konkret tun?“ ist die Schlüsselfrage zur Bewältigung dieser großen gesellschaftlichen Aufgabe. Bei der Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements bietet der demografische Wandel erhebliche Chancen.

Carsten Große Starmann nahm am Ende seiner Ausführungen der drohenden Überalterung den Schrecken: „Der demografische Wandel ist kein schlimmes Szenario – es gilt nur, damit sinnvoll und kreativ umzugehen. Machen sie es einfach – Packen sie es an!“

Die offene Diskussion unter der Moderation der Leiterin der Sozialzentrums der Arbeiterwohlfahrt, Elke Leiß, im Anschluss an den informativen Vortrag unterstrich das lebhafte Interesse der Zuhörer an dem Thema. Fragen zur Wohnsituation, der Renten, des Ruhestandes oder der Ressourcenverteilung, zeigten die vielschichtige Problematik und die unterschiedlichen Bedürfnisse der Gäste.

Das „Stadtgespräch“ bildete den Auftakt zu einem Austausch, der im kommenden Jahr mit Federführung des Stadtmarketingvereins und dem Seniorenbeirats mit allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern geführt werden wird. Das Potential und die Erfahrung vieler Mitbürger soll auch in Bruchköbel gebündelt und eingebracht werden.

Beim lockeren Ausklang des Abends bei Wein vom „Weinladen Bruchköbel“ im Foyer des Bürgerhauses, wurden auf den Stellwänden etliche Ideen und Anregungen gesammelt, die als Grundlage für die Fortführung des Dialogs dienen sollen.

Der Erste Stadtrat Uwe Ringel sieht Bruchköbel gut aufgestellt. Die Verdichtung der Innenstadt, dem behindertengerechten Umbau der Straßen und Wege sowie dem Ausbau der Infrastruktur in den Gewerbegebieten wird vom Stadtplanungsamt seit Jahren verfolgt und umgesetzt. Nun gilt es eingetretene Pfade zu verlassen und das vorhandene Potential zu nutzen. Im Namen aller Initiatoren forderte er die Bevölkerung auf, bei den geplanten Aktionen mitzudenken und mitzumachen, damit Bruchköbel auch noch im Jahr 2050 lebens- und liebenswert ist.

Wenn Sie Interesse an der Mitarbeit zu diesem Themengebiet haben, oder Ihre Anregung einbringen möchten, wenden Sie sich bitte an:

Andrea Weber, Telefon: 06181-36467-0, Fax: 06181 -36467-20, E-Mail: info(at)stadtmarketing-bruchkoebel.de